Mittwoch, 16. Juni 2010

Leben ist Comittment

Es brodelt. Eine Veranstaltung nach der anderen, die sich globaler Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit oder gemeinwohlorientiertem Wirtschaften verschreibt. Aber nicht nur der Terminkalender quillt über, auch Telefonbuch und Posteingang köcheln mit. Zum Glück werden die Events immer partizipativer. Der offene Raum lädt ein, die Menschen dahinter: ihre persönlichen Sichten und Aktivitäten kennenzulernen. Netzwerke und Verbindungen werden sichtbar, erlebbar, und oft denk ich mir: Wow, es gibt tatsächlich schon eine kraftvolle Subkultur, die sich einer humaneren Welt committed hat.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Lebenskultur?

Gespräche mit älteren Semestern hieven mich dann oft aus der Euphorieblase. Sie hatten damals auch dieses Gefühl, und heute zanken Sie mit den konkreten Machtkonflikten, die sie davor zu überwinden trachteten. „Ein bedingungsloses Grundeinkommen haben wir damals auch schon gefordert, schau dir die heutigen Diskussion um die Grundsicherung an!“ Die Wahlergebnisse deuten nicht auf einen politischen Umdenkprozess hin… der mediale Mainstream-Diskurs noch weniger.

Zwischen Hype und Nüchternheit

Als jemand, der im Enthusiasmus in seine Kraft kommt, fällt es schwer, diese Widersprüche anzunehmen. Ist es doch nur eine Illusion, die Welt verändern zu können? Eine Falle, in die ich immer wieder tappe: Hinter Kulturtransformation und –stagnation, „Überich“ und „Unterich“, die Welt wird gut oder schlecht gibt es noch mehr zu entdecken. Mit einer Dialektik der Weltsichten könnte etwas Neues entstehen, etwas das Ohnmacht und Macht verbindet.

Gib mir die Gelassenheit, die Dinge anzunehmen,
die ich nicht verändern kann,
den Mut, die Dinge zu verändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.


Comittment dem Leben

Die Revolution wird nicht hinter PC Bildschirmen stattfinden. Eine nachhaltige Bewegung braucht uns alle – und alles von uns. Alles von mir, mein ganzes Wesen. Dem möchte ich auch voll dienen. Nicht aussteigen, sondern einsteigen will gelernt werden. Wir finden sie in unserer Visionskraft, die in die Erde gesät werden will. In unserer tiefsten Sehnsucht, wo wir unser Herz öffnen müssen, um Zugang zu ihr zu bekommen. In unserer Nacktheit im Regen stehen und Ja schreien! Tun, was uns ruft, nicht weil wir nützlich sein wollen, sondern weil es unser Licht ist, dem wir uns hingeben.

Dankbarkeit als politisches Zeichen

Und bei all dem Tun und Verändern wollen wiederum den scheinbaren Widerspruch, nämlich auch Nichts tun und einfach Dasein, integrieren. Dankbar sein für das Leben, wo du auch gerade stehst, was dich auch gerade bewegt. Nichts hebelt das momentane Mehr-ist-Besser Paradigma mehr aus als Zufriedenheit im Jetzt. Und dann verneige ich mich ehrfürchtig sanft lächelnd vor dem Leben und committe mich dem Dienst an unserer Erde. Und die Stille beginnt zu leuchten...

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