Kooperative Kommunikation

Samstag, 21. November 2009

You can’t hate someone whose story you know

by Margaret Wheatley

Listening to someone. Simply listening. Not advising or coaching, but silently and fully listening. Whatever life we have experienced, if we can tell someone our story, we find it easier to deal with our circumstances. I have seen the great healing power of good listening so often that I wonder if you’ve noticed it also.

There may have been a time when a friend was telling you such a painful story that you became speechless. You couldn’t think of anything to say, so you just sat there, listening closely, but not saying a word. And what was the result of your heartfelt silence, of your listening?

A young, black South African woman taught some of my friends the healing power of listening. She was sitting in a circle of women from many nations, and each woman had the chance to tell
a story from her life. When her turn came, she began to quietly tell a story of true horror—of how she had found her grandparents
slaughtered in their village. Many of the women were Westerners, and in the presence of such pain they instinctively wanted to do something. They wanted to fix it, to make it better—anything to remove the pain of this tragedy from such a young life. The young woman felt their compassion, but also felt them closing in.
She put her hands up, as if to push back their desire to help. She said: “I don’t need you to fix me. I just need you to listen to me.”

Why is being heard so healing? I don’t know the full answer to that question, but I do know it has something to do with the fact that listening creates relationship.

We know from science that nothing in the Universe exists as an isolated or independent entity. Everything takes form from relationships, be it subatomic particles sharing energy or ecosystems sharing food. In the web of life, nothing living lives alone. Our natural state is to be together. Though we keep moving away from each other, we haven’t lost the need to be in relationship.

Everybody has a story, and everybody wants to tell their story in order to connect. If no one listens, we tell it to ourselves
and then we go mad. In the English language, the word for health comes from the same root as the word for whole. We can’t be healthy if we’re not in relationship. And whole is from the same root word as holy. Listening moves us closer; it helps us become more whole, more healthy, more holy. Not listening creates fragmentation, and fragmentation always causes more suffering.

How many teenagers today, in many lands, state that no one listens to them? They feel ignored and discounted, and in pain they turn to each other to create their own subcultures. I’ve heard two great teachers—Malidoma Somé from Burkina Faso in West Africa, and Parker Palmer from the United States— both make this comment: “You can tell a culture is in trouble when its elders walk across the street to avoid meeting its youth.” It is impossible to create a healthy culture if we refuse to meet, and if we refuse to listen. But if we meet, and when we listen, we reweave the world into wholeness. And holiness.

I love the biblical passage: “Whenever two or more are gathered, I am there.” It describes for me the holiness of moments of real listening. The health, wholeness, holiness of a new relationship forming. I have a T-shirt from one conference that reads: “You can’t hate someone whose story you know.” You don’t have to like the story, or even the person telling you their story.

But listening creates a relationship. We move closer to one another.

Freitag, 21. November 2008

That's what empathy does

"Audacity of Hope" by Barack Obama

I am obligated to try to see the world through George Bush's
eyes, no matter how much I may disagree with him. That's what empathy does--it calls us all to task, the conservative and the liberal, thepowerful and the powerless, the oppressed and the oppressor. We are all shaken out of our compacency. We are all forced beyond our limited vision.

No one is exempt from the call to find common ground.

Of course, in the end a sense of mutual understanding isn't enough.
After all, talk is cheap; like any value, empathy must be acted upon. When I was a community organizer back in the eighties, I would often challenge neighborhood leaders by asking them where they put their time, energy, and money. Those are the true tests of what we value, I'd tell them, regardless of what we like to tell ourselves. If we aren't willing to pay a price for our values, if we aren't willing to make some sacrifices in order to realize them, then we should ask ourselves whether we truly believe in them at all.

Donnerstag, 20. November 2008

Über die gewaltfreie Kommunikation

Inspiriert von Gandhis „Sei selbst die Veränderung, die du in der Welt sehen willst“, ist im Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation (GfK) die Selbstverantwortung, aber auch die Empathie zentraler Bestandteil für ein kooperatives Zusammenleben. Die GfK besagt, dass allen unseren Aktivitäten Bedürfnisse zugrunde liegen und sobald wir diese nachvollziehen können, Verständnis und Klarheit für unsere Gefühle, Konflikte und Gespräche entsteht.

Jene vertraulichen Situationen, die sich ergeben, wenn ich meiner besten Freundin völlig wertfrei und mitfühlend zuhöre, bestärken nicht nur die Beziehung, sondern bereichern mein Leben. Ein starkes Gefühl der Vertrautheit und Lebendigkeit lässt mich mit dem Du verbinden, und es wird mir klar, dass wir nicht isolierte Individuen, sondern empathische Mitmenschen sind.

Je bewusster mir das wird, desto mehr versuche ich es auch in schwierigeren Situationen: Wenn mir jemand etwas verärgert vorwirft, höre ich erstmal, was ihr da jetzt wirklich wichtig ist, und im Idealfall versuche ich mich erstmal mit diesen Anliegen zu verbinden, bevor ich meine Sicht der Dinge darlege. Von der Kopf- zur Herzebene ist es zwar manchmal ein schwieriger, aber ein lebensbereichernder Weg. Die gewaltfreie Kommunikation ist dabei ein Wegweiser, mir meiner Kommunikationsmuster bewusst zu werden und sie da zu verändern, wo sie weder mir noch einem anderen Menschen dienen.

Vom Herzen austauschen

Eben höre ich wieder seit Jahren Coldplay. Zufällig haben wir damals Festivaltickets für deren Konzert gewonnen. Mit meinem Kumpel gemeinsam standen wir in Mitten der Massen, melancholischen Liebesliedern zuhörend. Die Stimmung war ungewohnt, und doch für mich maßgeschneidert, war erst einen Tag davor klar geworden, dass es nicht weitergeht mit meiner Geliebten.

Trotz dieser bewegenden Situation war ich nicht im Stande, mein Befinden mitzuteilen, schon gar nicht meinem Kumpel. Wir tauschten uns auf einer Ebene aus, die zwar humorvoll und freundschaftlich war, aber sich doch nur an der Oberfläche bewegte.

Heute, wenn ein neues Gesicht in die Übungsgruppe kooperative Kommunikation kommt, merke ich immer wieder die Erleichterung, wenn ein Mensch sein Herz der Gruppe gegenüber öffnet. Gerade bei Männern ist da doch immer wieder eine gewisse Unsicherheit, obwohl mir schon lange bewusst geworden ist, dass wir Menschen uns nicht nur intellektuell austauschen wollen.

Rosenberg, der die gewaltfreie Kommunikation entwickelt hat, geht davon aus, dass wir Menschen kooperieren und unser Leben gegenseitig bereichern wollen. Und je klarer und überzeugter ich das auch so sehe, desto bereichernder werden auch die Begegnungen, die ich tagtäglich erlebe. Der Smalltalk wird zu einem angeregten Gespräch, wenn ich das ausdrücken kann, was wirklich in mir lebendig ist und mich mit dieser Lebendigkeit verbinden kann. Empathie und ein Austausch von Herzen tragen maßgeblich dazu bei.

Mittwoch, 19. November 2008

Kennst du das?

  • Kennst du das, wenn du gerne Nein gesagt hättest und es auch getan hast?
  • Kennst du das, wenn du Kritik üben möchtest und das in einer Weise tust, in der die Betreffenden das auch wertschätzen?
  • Kennst du das, wenn dir jemand Danke sagt, weil du ihr zuhörst und ihr Raum gibst, sich zu öffnen?
  • Kennst du das, wenn du dir selbst im Klaren bist, was in dir lebendig ist und dieses Verständnis deiner Selbst so richtig feiern kannst?
  • Kennst du das, wenn du eine Autofahrerin mit dem Rad schneidest und ihre ärgerliche Reaktion und ihr Bedürfnis nach Rücksicht und Sicherheit verstehst?
  • Kennst du das, wenn ein Kroneleser sich über die Kriminalität beschwert und du seine Ängstlichkeit empathisch wahrnimmst und anerkennst?
  • Kennst du das, wenn du tief versunken in einem Gespräch bemerkst, wie ähnlich wir Menschen eigentlich sind?
  • Kennst du das, wenn sich deine Freunde zusammen treffen und ihr über wichtige Lebensbereiche sprecht und ein Gefühl der Vertrautheit entsteht?
  • Kennst du das, wenn jemand sich in einer heilsamen Trauer befindet und du sie so annehmen und stehen lassen kannst?
  • Kennst du das, wenn sich engagierte Menschen sich trotz verschiedener Meinungen in diversen Bereichen unterstützen und zusammenwirken?
  • Kennst du das, wenn jemand sein passives Dasein verlässt und aktiv unsere Welt mitgestaltet und mitkommuniziert?

Kooperative Kommunikation

Letztens hat mir ein Unbekannter erzählt:
Ich sagte meiner Mutter, dass ich wegen ihr noch immer schlechtes Gewissen beim Sex habe.
Sie meinte darauf: Ach, wenn du eh so an dir arbeitest.
Damit war ich in der absurden Situation, auf meine Aussage zu bestehen bzw. sie rechtzufertigen.


"Die Grundfunktion der Kommunikation ist es, Beziehungen zu konstituieren."

Was obiges Beispiel gut aufwirft, ist wie wir oft aneinander vorbei kommunizieren. Nur zu oft entwickeln sich Spannungen aufgrund Unausgesprochenen bzw. Missverstandenem, und wir verfangen uns in einem Gefühls- und Denkmuster, dass keine neuen Blickwinkel mehr ermöglicht. Wenn wir davon ausgehen, dass Kommunikation dazu da ist, um uns zu verständigen und uns aufeinander zu beziehen, müsste es doch möglich sein, dass wir dementsprechend kooperieren.

"Willst du Recht haben oder glücklich sein. Beides geht nicht."

Sobald ich die Wahrheit gefunden habe und davon nicht mehr loslasse, wirds schwierig. Als komplexes Wesen sind wir aber zu weit mehr im Stande, nämlich uns darauf zu besinnen, was uns wirklich in unserem Dasein und unserer Entwicklung unterstützt. Und das ist Kooperation. Personifizierte Schuldzuweisungen oder beschwichtigende Gegenreaktionen höre ich mich täglich zumindest gedanklich sagen. Konflikte bzw. nicht ernst genommen fühlen schaffe ich mir dadurch selbst.

Miteinander kooperativ kommunizieren

Was mit mir selbst beginnt, endet bei meinem Lieblingssündenbock. Nicht die Person an sich, sondern das was sie denkt, sagt oder tut, halte ich vielleicht für falsch. Dabei darf ich aber nie vergessen, dass jeder Mensch seinen unabhängigen Wert davon hat. Wenn nicht, stufe ich mich besser als ihn ein und bewege mich selbst in ein gefährliches hierarchisches Denken. Und wenn mir jemand etwas vorwirft, dann heißt es nicht, dass ich jetzt in die Rechtfertigungs- oder Opferrolle springen muss. Nein, ich habe die Wahl. Ich kann auch einfach versuchen zu verstehen, was ich mir selbst oder jemand anders mir erzählt, und was ihm da eigentlich am Herzen liegt. Erst wenn ich das gehört und verstanden habe, ist es mir möglich, angemessen zu reagieren.

Sei nicht nett, sei echt!


Das heißt aber noch lange nicht, dass ich all meine Gefühle und Reaktionen unterdrücken muss. Ich gebe ihnen nur einen Rahmen, die es möglich machen, dass wir einander zuhören und verstehen. Jener Mensch oben wird wohl auf der einen Seite enttäuscht gewesen sein, weil ihm Unterstützung in seiner sexuellen Entwicklung gefehlt hat und vor allem traurig, weil er scheinbar sexuelle Begegnungen nicht genießen und sich darauf einlassen kann. Und die Mutter ist zuversichtlich, weil sie ihren Sohn in seiner Entwicklung und seinem Lebenslauf sehr wertschätzt und bewundert. Ob sie seine Enttäuschung bzw. Traurigkeit auch wahrnehmen würde, wenn er sie deutlicher ausdrückt?

Ich denke ja, immerhin wollen wir ja alle miteinander kooperieren.

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