Selbstermächtigendes Leben

Montag, 9. August 2010

Selbstermächtigung als Lebensweg

Selbstermächtigung hat für mich immer mit Fülle zu tun. Alles ist da, was ich zum Leben brauche. Das einzige, was ich brauche, ist: mir es bewusst zu machen. Damit einher geht eine tiefe spirituelle Praxis, nämlich dem Leben ganz zu vertrauen. Das ist es, wofür ich mein Leben leben will, und wo ich die größte Chance sehe, mich friedlich dem Älter werden und Sterben hingeben zu können.

Mehr als ein Konzept: Aktives Tun!

Beispiel: bedingungsloses Grundeinkommen. Ein Konzept, bei dem die Fülle auf Gesetzesebene beschlossen werden soll, nämlich das genug für alle da ist. Das wäre für mich eine mögliche globale Selbstermächtigung. Aber ich brauch nicht auf die Bereitschaft der Regierenden warten, um mich finanziell selbstzuermächtigen. Genauso kann ich mich entscheiden, überhaupt auf Geld zu verzichten, wie Heidemarie Schwermer, oder ein Gemeinschaftskonto zu führen. Ja, vielleicht gerade jene "selbstermächtigt" dazu einladen, die mehr als ich haben, weil ich darauf vertraue, dass genug da ist.

Selbstermächtigung öffnet kreative Räume


Wirkliche Selbstermächtigung auf fruchtbarster Stufe erlebe ich, wenn ich synchron dazu meiner Mitwelt Raum gebe, sich selbstzuermächtigen. Denn Selbstermächtigung ist ja nur dazu da, um das zu leben, was ich wirklich wirklich will, und dafür brauche ich meine Mitwelt und umgekehrt. Hier entstehen kreative Räume, wo wir Strukturen kreieren und nicht umgekehrt, wo wir unsere Schwächen als wertvolle Hinweise aufgreifen und Träume aussprechen, die genauso intim sind als die letzte Liebesnacht. Hier zeigt sich unser Wesen nackt, hier lässt sich durch die Schutzschicht blicken und hier erst wird spürbar, was wirklich werden will.

Wir brauchen Strukturen der Selbstermächtigung!

Was oft als scheinbarer Widerspruch erscheint, bedingt sich einander: kreative Offenheit und Struktur. Jede Feier braucht ihre Rituale, ihr Anfang und Ende. Die Kultur der Selbstermächtigten braucht auch ihre Institutionen, der Talking Stick oder "free hugs" sind prominente Vertreterinnen, und davon braucht es mehr: mehr Geschichten, Räume und Gruppen, um es erlebbarer, alltäglicher zu machen. Es braucht alternative Strukturen, die eine kritische Masse halten können und vieles von dem, was heute auf Mangel und Konkurrenz aufbaut, obsolet macht. Das möchte ich gemeinsam erforschen. Dafür möchte ich mich einsetzen. Darin möchte ich mich vertiefen: in der Selbstermächtigung als Lebensweg.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Leben ist Comittment

Es brodelt. Eine Veranstaltung nach der anderen, die sich globaler Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit oder gemeinwohlorientiertem Wirtschaften verschreibt. Aber nicht nur der Terminkalender quillt über, auch Telefonbuch und Posteingang köcheln mit. Zum Glück werden die Events immer partizipativer. Der offene Raum lädt ein, die Menschen dahinter: ihre persönlichen Sichten und Aktivitäten kennenzulernen. Netzwerke und Verbindungen werden sichtbar, erlebbar, und oft denk ich mir: Wow, es gibt tatsächlich schon eine kraftvolle Subkultur, die sich einer humaneren Welt committed hat.

Auf dem Weg zur nachhaltigen Lebenskultur?

Gespräche mit älteren Semestern hieven mich dann oft aus der Euphorieblase. Sie hatten damals auch dieses Gefühl, und heute zanken Sie mit den konkreten Machtkonflikten, die sie davor zu überwinden trachteten. „Ein bedingungsloses Grundeinkommen haben wir damals auch schon gefordert, schau dir die heutigen Diskussion um die Grundsicherung an!“ Die Wahlergebnisse deuten nicht auf einen politischen Umdenkprozess hin… der mediale Mainstream-Diskurs noch weniger.

Zwischen Hype und Nüchternheit

Als jemand, der im Enthusiasmus in seine Kraft kommt, fällt es schwer, diese Widersprüche anzunehmen. Ist es doch nur eine Illusion, die Welt verändern zu können? Eine Falle, in die ich immer wieder tappe: Hinter Kulturtransformation und –stagnation, „Überich“ und „Unterich“, die Welt wird gut oder schlecht gibt es noch mehr zu entdecken. Mit einer Dialektik der Weltsichten könnte etwas Neues entstehen, etwas das Ohnmacht und Macht verbindet.

Gib mir die Gelassenheit, die Dinge anzunehmen,
die ich nicht verändern kann,
den Mut, die Dinge zu verändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, beides voneinander zu unterscheiden.


Comittment dem Leben

Die Revolution wird nicht hinter PC Bildschirmen stattfinden. Eine nachhaltige Bewegung braucht uns alle – und alles von uns. Alles von mir, mein ganzes Wesen. Dem möchte ich auch voll dienen. Nicht aussteigen, sondern einsteigen will gelernt werden. Wir finden sie in unserer Visionskraft, die in die Erde gesät werden will. In unserer tiefsten Sehnsucht, wo wir unser Herz öffnen müssen, um Zugang zu ihr zu bekommen. In unserer Nacktheit im Regen stehen und Ja schreien! Tun, was uns ruft, nicht weil wir nützlich sein wollen, sondern weil es unser Licht ist, dem wir uns hingeben.

Dankbarkeit als politisches Zeichen

Und bei all dem Tun und Verändern wollen wiederum den scheinbaren Widerspruch, nämlich auch Nichts tun und einfach Dasein, integrieren. Dankbar sein für das Leben, wo du auch gerade stehst, was dich auch gerade bewegt. Nichts hebelt das momentane Mehr-ist-Besser Paradigma mehr aus als Zufriedenheit im Jetzt. Und dann verneige ich mich ehrfürchtig sanft lächelnd vor dem Leben und committe mich dem Dienst an unserer Erde. Und die Stille beginnt zu leuchten...

Freitag, 16. Oktober 2009

Entwicklung gestalten I

Heute beginnt also der Kurs Entwicklung gestalten im Paulo Freire Zentrum. Neben meiner Visionquest-Ausbildung, meiner Übungsgruppe zur kooperativen Kommunikation und dem Soziokratieübungskreis einer meiner präsentesten Lerngruppen diesen Herbst. Was ich mir erhoffe?

Voll da zu sein

MIt dem, was mir wichtig ist. Auch jetzt gerade halte ich immer wieder inne, zögere, ja, kann ich das jetzt einfach so schreiben? Und kann ichs heut einfach so sagen? JAAAHHHAAA! Worin ich mich wirklich noch vertiefen möchte, ist ein Gesellschaftsmodell, wo wir "soziokratisch", kooperativ und uns bspw. nach Paulo Freires Befreiungspädagogik orientieren. Wenn ich so ins Visionieren komme, kommt relativ bald ein Lern-, Lebens- und Bildungszentrum, wo Menschen zusammenleben, lernen, arbeiten, inspirieren, tanzen, auf nachhaltige Weise versorgen... Dieses Bild habe ich schon öfters erfahren: Details

Transdisziplinär?

Wenn ich jetzt bei Paulo Freire bleibe, der sich ja für die "Unterdrückten", für die unteren (Einkommens)Schichten, eingesetzt hat, frage ich mich: Ja, wie ist es jetzt damit. Ist es meine Verantwortung, mich besonders für jene einzusetzen, die es "brauchen"? Bin ich überhaupt in der Lage das angemessen zu bewerten? Ist es nicht das Selbe wie in der Entwicklungspolitik: Das wir als "entwickelte" Länder ja viel mehr zu lernen haben als alle anderen, immerhin haben wir einiges "im Süden" zerstört (und tun es immer noch), während "der" Stress uns scheinbar zwingt, noch schneller weiter zu machen.

Ich habe keine Ahnung

Ah, wie erleichernd. Deswegen zieht mich auch nicht die Parteipolitik an, denn hier darf ich nicht sagen "Ich weiß es nicht". Sonst wird ja die Wählerschaft verunsichert. Diese Unsicherheit gibts halt nun mal. Da hilft auch kein fix eingehaltenes Fernsehprogramm. Ui, jetzt werde ich sarkastisch. Dabei wollte ich nur mein Unwissen auskosten, es ist sooo entspannend. Ob wir damit Entwicklung gestalten können? Alleine damit nicht, aber für mich spiegelt es eine konstruktive Grundhaltung. Ich mein damit nicht das resignierende "keine Ahnung", sondern das neugierige! Und so lausche ich sowohl meinen als auch anderen Impulsen umso genauer nach, um es näher nachvollziehen zu können und gestalte damit die Entwicklung von: Gedankenschleifen, Gesprächen und... ?? Keine Ahnung! ;-)

Donnerstag, 9. Juli 2009

Keine Ausflucht, kein Problem

von Pema Chödrön aus "Beginne, wo du bist"

Wir haben schon alles, was wir brauchen. Es ist nicht nötig, besser sein zu wollen. All die Zwangsvorstellungen, die wir uns auferlegen - die dauernde Angst, schlecht zu sein, die dauernde Hoffnung, gut zu sein, die Identitäten, an die wir uns so heftig klammern, die Wut, der Ärger, das Suchtverhalten - all das kann unseren ureigenen Reichtum nicht antasten. Diese Vorstellungen sind wie Wolken, die vorübergehend die Sonne verdunkeln. Doch die Sonne, die Wärme und der Glanz eines jeden von uns, ist die ganze Zeit über da. Sie ist, was wir sind. Wir sind nur ein Augenzwinkern vom vollständigen Erwachen entfernt.

Freitag, 29. Mai 2009

Und vergiss nicht ...

Und vergiss nicht, du brauchst nur dich selbst, um glücklich zu sein. Das schrieb mir meine Schwester in einer Zeit, wo ich tief enttäuscht und wütend auf meinen besten Freund und geliebte Freundin war. Sie gab mir damit einen weiteren Impuls, mein Leben selbst so zu gestalten, dass ich auch alleine mit innerem Frieden meinen Weg gehen konnte.

Aber wohin, wenn nicht zu den geliebten Menschen?

Dabei scheint hier so ein paradoxer Widerspruch zu sein. Wie kann ich alleine zu meiner Berufung finden, wenn mich das in Beziehung treten erst mit dieser Sehnsucht verbindet? Wie kann ich meine innere Stimme hören, wenn ich sie erst widergespielt bekomme indem ich mich zeige, sie ausspreche. Wie kann ich mein Potenzial in der Gesellschaft, die mich prägt, entfalten, ohne mich von ihr abhängig zu machen?

Selbstermächtigung ist der Weg!

Worum es geht, ist nicht, sich von allen "anderen" zu lösen, um auch allein glücklich zu sein. Nein, was es braucht, ist die tiefe Kraft, die in uns innewohnt, unsere Macht, die wir stets über unser Erleben haben, unser Wille, voll und ganz unser Leben zu leben. Es zu bejahen bis zur letzten Konsequenz, auch den furchteinflösendsten Schattenseiten entgegentreten.

Die Angst vor der Angst ist unsere größte Hürde

Darf ich Angst haben, meine geliebte Freundin zu verlieren? Lass ich es zu, spüre ich es, ja spreche ich es auf diese klare, reine Weise aus? Oder verpack ich es in Mitleid, Vorwürfen oder arroganter Coolness. Strategien, die ihre Begründung haben, aber mein Leben nicht bereichern. Was ich suche ist authentische Beziehung, autsch, und wenn es auch weh tut, da hin zu sehen, es ist es wert...

... erst wenn ich mit allem gehen kann, was mich bewegt, kann ich mich völlig frei bewegen.

Allein glücklich zu sein bedeutet für mich: mich meiner Schöpferrolle bewusst zu sein, aktiv jede Situation anzunehmen und nach meinen Wünschen zu mitzugestalten. Das beginnt bei meinen Gedanken, bei der Empathie, die ich mir und anderen geben kann, dem deutlichen Ja zu dem, was ich will, und den Raum, den ich dadurch erschaffe, mit anderen zu teilen und mein Glück in die Welt hinauszutragen: das ist es, was letztendlich uns Menschen alle am glücklichsten macht.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Wachsein

Laut einer Studie werfen die Briten 25% ihrer Lebensmittel in den Müll. Aber Hauptsache sie haben es im Doppelpack um 10% billiger gekauft?!
Was löst das in dir aus?
Vor 2 Generationen gaben der Großteil der Österreicher noch 40-50% ihres Geldes für Lebensmittel aus, heute sind es 10%. Und trotzdem ist Bio- und Fairtrade zu teuer. Ist uns ein friedlicher Umgang mit der Natur und unseren Mitmenschen wirklich nichts wert?

Mit der steigenden Wachheit wächst auch die Verantwortung.


Auf der einen Seite macht es mich wütend und vor allem traurig. Ich bin davon überzeugt, dass wir unser Leben mit unserer Ignoranz und Gier selbst und anderen schwer machen. Auf der anderen Seite motiviert und bekräftigt es mich, da weiter zu machen, wo ich den deutlichen Sinn tagtäglich widergespiegelt bekomme.

Willst du Teil des Problems, oder Teil der Lösung sein?


Wenn ich selbst auf mich achte, dass ich wirklich gesund und ausgeglichen bin, kann ich erst wirklich auch für andere da sein. Oder anders formuliert: nur wenn ich selbst glücklich bin, bin ich wirklich eine Veränderung für diese Welt. Und wenn ich mal wieder in einen Diskonter gehe und kein einziges Bioprodukt sehe, gehe ich wieder mit einem Lächeln. Wenn es mir passend erscheint, merke ich meine Wahrnehmung der Filialleiterin an. Das ist für mich die Konsequenz eines Lebensstils, der sich seiner Verantwortung bewusst ist. Das Konsumverhalten ist dabei erst der Anfang.

Die alltägliche Gewohnheit

"Wie geht es dir?" "Gut." "Und dir?" "Auch gut."
Ist es das, was wir wollen? Manchmal wollen wir unsere Ruhe, ja, keine Frage. Aber stumpft es nicht auch ziemlich ab? Wieviele von uns können wirklich offen Mensch sein, sich zeigen wie sie sind? Ist es nicht unser Wunsch, in unseren individuellsten Qualitäten erkannt zu werden? Statt das wir uns mit Äußerem profilieren, wäre es nicht VIEL schöner, den Menschen wirklich zu sehen und zu verstehen, den du täglich begegnest. Zumindest werden jene Menschen diese Ansicht bekräftigen, wenn du sie fragst, was sie glücklich macht.

Konditionierungen können einschläfern

Ich kenne eine Freundin, die recht schnell unruhig wird , wenn ich einmal am Telefon für 5 Sekunden innehalte und wirken lasse, was sie mir mitgeteilt hat. Zu beobachten, wie wir miteinander kommunizieren, ist manches Mal schon sehr amüsant. Da antwortet der eine bereits, ohne die andere wirklich gehört zu haben. Von der Diskussion zum Dialog ist es ein weiter, langsamer, aber sehr lehrreicher Weg. Wirklich zuzuhören signalisiert auch, ja, ich interessiere mich für dich und weitergehend auch für alles, was "da draußen" läuft.

"Wenn du denkst, einen Menschen zu kennen, kannst du dir sicher sein, dass du nicht wach bist."

Thomas Hübl hat das mit diesem Beispiel bildlich gemacht: die Neurowissenschaft zeigt, dass wenn wir paar Mal ein Glas Wasser sehen, das nach und nach so verinnerlichen und speichern, dass wir es später nur noch abrufen, bevor wir es sinnlich erfassen. Das geht schneller. Das selbe machen wir auch mit Menschen. Und je mehr wir denken, wir würden einen Menschen kennen, desto weniger sind wir bereit, wahrzunehmen, was jetzt gerade in diesem Menschen lebendig ist.
Und genauso ist es ja mit unserem Einkaufsverhalten. Wir halten es für normal, Lebensmittel wegzuwerfen. Und Menschen, die an Hunger leiden? Deren Zahl ist dieses Jahr rasant gestiegen.

Ich versuche jedenfalls immer öfter wach zu sein, und wirklich erkennen, was das Wesen(tliche) in mir, dir und unserer Welt ausmacht. Aber alleine macht das natürlich nicht soviel Spaß wie mit einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam eine wache Kultur entwickeln will.

Samstag, 18. Oktober 2008

Kannst du dir das vorstellen?

Hast du schon einmal das Wort Vorstellungsgebundenheit gehört?
Für mich ist es ein Schlüsselbegriff für ein glückliches Erleben.
Früher hatte ich eine Phase, wo ich meinte: ich erwarte mir nichts mehr - und werde daher auch nicht mehr enttäuscht. Gar nicht so daneben, wenn auch etwas melancholisch. Geschmackssache. Aber was stellen wir uns denn eigentlich tagtäglich - individuell wie kollektiv - vor? Wie stellen wir uns eigentlich gegenseitig vor? Sind wir daran wirklich gebunden? Wie lässt sichs doch etwas freier davon leben?

Meine Vorstellungsgebundenheit ...

Als ich nach knapp 3 Monaten Auslandsaufenthalt zurückkam, wollte ich jene Menschen sehen, bei denen ich mich am meisten verstanden fühle und unterschiedlichste Erfahrungen und Gedanken Akzeptanz finden. Ich stellte mir ein Häuschen im Grünen vor, wo wir im kleinen Kreis ein paar Tage verbringen können. Das Haus wurde mir wirklich angeboten, aber dann: uff, Absage nach Absage! Wir sind nur 4-5 Leute! Puh! Ich war schon etwas enttäuscht. Die eine ist auf einer Friedenskonferenz, die andere an einem Friedensfestival, und eine gar auf einem Meditationsretreat! Na toll...

... eine Ansichtssache


"Moment, du kommst von einer Friedensuniversität und bist enttäuscht, wenn es deine Freunde gleich tun?", dachte ich mir bei weiterer Analyse. Wie sehr könnte ich mich denn eigentlich auch darüber freuen?! Ja, und wie sehr kannst du dich freuen, dass auch wirklich Freunde mit dir raus in die Natur gehen! Über jede Einzelne so sehr! Weg mit dieser quantitativen Vorstellungsgebundenheit! Die Qualität und Tiefe zählt. Und wenn ich schlussendlich alleine wäre, könnte ich genauso intime, bereichernde Begegnungen erleben. Und das wollte ich ja, oder?

Die Kunst des Sich Vorstellens


... und folgendem Loslassen. Von der Gebundenheit meiner und anderer Denkkonstrukte zu der Verbundenheit meines Herzens. Wenn wir uns ehrlich sind, haben wir alle gewisse Vorstellungen von unserem Leben. Sonst würde es ja alles keinen Sinn ergeben und somit würden wir auch nicht tun, was wir tun. Die Frage ist, ob wir uns dieser Vorstellungen bewusst sind. Ob wir sie schon mal hinterfragt haben, ob sie unsere Eigenen sind oder Familiäre, Gesellschaftliche, Kulturelle?

Vorstellungsbildung


Meine tiefste Erkenntnis war in dieser Hinsicht wohl mein Werdegang an sich. Als Mathebegabter ging ich erst in Richtung Architektur, dann IT. Später wurde mir klar, dass ich mich in der Gesellschaft engagieren will - also Politik. Was dabei aber immer mitlief war die "normale" Ansicht, das möglichst schnell durchzuziehen. Immer für die Zukunft tun, arbeiten, damits mir/uns dann einmal richtig gut geht. Und jetzt? Bin ich eigentlich jetzt glücklich mit dem, was ich tue? Weiß ich überhaupt, was ich da tue? Tue ich das, was ich tue, aus freiem, eigenen Willen, oder weil es nun mal die anderen auch tun?

Stell dir mal vor...


... du könntest wirklich selbst entscheiden, was du dir vorstellst! Es ist sogar so. Wenn du dir Vorstellungen darüber machst, wie du leben möchtest, kannst du das oberflächlich, materiell machen, oder du könntest ein paar Ebenen tiefer gehen. Du kannst dir den Traumjob, Traumpartnerin und und vorstellen, und du kannst genauer zuhören, was sich da in dir sehnt. Freiheit, Selbstbestimmung, Sicherheit und Anerkennung sind es wohl beim Traumjob, Nähe, Gemeinschaft, gegenseitiger Austausch und Liebe sind es mitunter bei der Traumpartnerin. Stell dir mal vor, du könntest das alles jetzt haben ... bist du bereit dazu? Nimmst du dir auch wirklich die Zeit dazu und kannst deutlich ja dazu sagen? Glücklick zu sein ist vor allem der bewusste Schritt, das Glück sehen zu wollen. Kannst du dir das vorstellen?

Samstag, 31. Mai 2008

Gemeinsam(es) (Er)schaffen

Uns begleiten tagtäglich unzählige Fragen. Manche mögen anfangs trivial wirken, wenn es beispielsweise um die Wahl geht, zu welchen Konsumgütern wir greifen oder eben nicht. Manch andere scheinen uns zu überfordern, wodurch viele von uns sie erst gar nicht stellen wollen. Ich sehe sie allerdings als sehr bedeutend an, wenn ich ein mündiger Mensch werden möchte. Ein kleiner Auszug davon wäre: Warum leben wir in einen der materiell reichsten Ländern der Welt, und können oder wollen trotzdem so wenig (mit-)teilen? Obwohl jeder von uns weiß, das unser Reichtum großteils auf Ausbeutung und Kriegsführung beruht. Nach wie vor ist heute Sklaverei ein Thema, eine Unzahl unserer Waren werden unter lebensunwürdigen Bedingungen hergestellt. Vom Umgang mit der Natur ganz zu schweigen. Und warum leben wir in einem sogenannten "entwickelten, freien" Land, und haben dann keine freie Zeit für unsere Kinder oder für unsere Ältesten?

"Freiheit bedeutet Verantwortung; das ist der Grund, weshalb sich die meisten davon fürchten."

Viele von uns sind freier als sie gerne hätten. Deshalb lassen wir uns gerne vom in die Ferne sehen ablenken; der Wunsch nach Leichtigkeit, nach einem einfachen Leben in dieser komplexen und herausfordernden Welt scheint verständlich. Als ich als Schüler in Fabrikshallen mit monotoner Fließbandarbeit vereinnahmt war, hatte ich abends auch keinen Nerv und keine Muße, mir Gedanken über mehr als das Allernotwendigste zu machen - und das war oft schon zuviel. Sogar Adam Smith, der "Gründungsvater" der liberalen Marktwirschaft, meinte, dass die von ihm propagierte extreme Arbeitsteilung zur Verdummung der Arbeiterschaft führen würde. Es wundert daher auch wenig, dass Karl Marx, einer der einflussreichsten Kapitalismuskritiker, aus einer bürgerlichen Famile stammte. Die Arbeiterschaft hatten/haben schlicht und weg keine Zeit und Energie dafür.

Das Wertvollste, das wir (uns) schenken können, ist Zeit

Auch wenn wir scheinbar alle im kollektiven Stress stecken, als würde sich die Erde immer schneller drehen, so hindert mich keiner daran, auf Pause zu drücken. Stopp! Wo steh ich eigentlich heute und wo beweg ich mich hin? Entschleunigung ist für mich der zentrale Schlüsselfaktor, der unsere Wahrnehmung erweitern würde. Das lässt sich ganz einfach erfahren: Wenn ich durch die Straßen laufe, zielgerichtet, mit Gedanken in der Zukunft oder Vergangenheit, das muss ich auch noch erledigen! Meine Wirklichkeit, das, was auf mich wirkt, reduziert sich dann auf ein Minimum, ich lebe im Kopf, scheinbar isoliert von meiner Mitwelt. Eine Bettlerin sitzt am Straßenrand und streckt ihre Hände zur Passantin. Wie abgehärtet sind wir eigentlich, wenn wir hier völlig emotionslos, ja vielleicht sogar abwertend, vorbeieilen? Wir haben ja keine Zeit!? Und wenn doch, tappen wir in die "Ohnmachtsfalle", die unserer kontrollgeiler Verstand wie nichts anderes meidet .

Was kann ich schon tun?


"Die Basis für eine vorsorgende Gesellschaft ist Empathie", habe ich erst in einem Unikurs "für eine vorsorgende Gesellschaft" von einer anerkannten Professorin gehört. Und ich schließe mich dem völlig begeistert an - ja, wenn ich das sogar an einer Uni höre, wo normalerweise nur kognitives Wissen vermittelt wird, dann werden wir das wohl auch hinkriegen. Das beginnt ganz einfach beim Verstehen wollen, ganz gleich ob Asylwerber oder Ausländerfeindin, ich möchte verstehen. Verständnis verbindet, und Verbindung stärkt immens, denken wir nur an die Bedeutung "bester" Freundschaften in unserem Leben. Verstanden fühlen öffnet, wir erleben, dass wir doch nicht die Einzigen sind, denen es so geht. Aus Ignoranz entsteht Neugierde, aus Apathie wächst Engagement, der Hass und Ärger wandelt sich in Liebe: zu sich selbst und zur gesamten Mitwelt.

"Der nächste Buddha wird kein Individuum, sondern eine Gemeinschaft sein."

Ich will Verantwortung übernehmen. Ich will mir Antworten geben auf Fragen und Konflikte, die ich nicht unterstützens- und lebenswert empfinde. Ich will den Luxus meines freien Lebens gänzlich ausschöpfen und damit weiter denken. Ich will tiefe Freude und Verbundenheit in meinem Sein und meinem Tun erleben. Ich will sowohl jetzt, in diesem Augenblick, das tun, was ich als bereichernd ansehe als auch will ich, wenn die Zeit reif ist, auf mein Leben zurückblicken können und sagen: Ja, dafür hat es sich zu leben gelohnt. Und dabei besteht sicherlich keinerlei Korrelation zu meinem Stundenlohn. Konsequenterweise schlussfolgere ich daraus, dass ich einen Zeit- und Menschenraum aufsuche, in dem diese Sehnsüchte nicht nur willkommen, sondern auch geteilt werden. Ich will den Mut haben, meiner Verantwortung gerecht zu werden, und das heißt: Selbst die Veränderung zu sein, die ich in meiner Welt sehen möchte. Dabei genügt es ja bereits, selbst aufzuhören, anderen Lebewesen unnötigerweise auf die Füße zu treten. Das soll kein Verzicht sein, sondern ganz im Gegenteil: Wir leben in einem solch unermesslichen Überfluss, dass es Freude macht, diesen mit anderen zu teilen und uns ehrlich über unser Erreichen und Scheitern mitzuteilen. Es gibt kein Geben ohne einem gleichzeitigen Nehmen, wenn wir unser rationales Kalkül verlassen, also uns nicht nur als denkende, sondern uns auch als fühlende Menschen verwirklichen wollen. Darin besteht ein enormes Potenzial, das wir nur gemeinsam schaffen können, in dem wir Gemeinsames, das, was uns verbindet, erschaffen.

Freitag, 1. Februar 2008

Bergsteigen

Bergtouren haben schon etwas an sich. Nicht nur aufgrund der naturnahen, zivilisationsfernen Zeit und der Hingabe zu einer ganz eigenen Welt. Nein, gerade auch weil sich viele Herausforderungen in das alltäglich Leben übertragen lassen.

Das beginnt bereits bei der Vorbereitung und Planung: Welcher Berg entspricht meinen Fähigkeiten und stellt doch eine gewisse Herausforderung dar?
Daraufhin folgt die Frage, was ich denn dafür brauche. Genauso wie der Tag nur 24h hat, ist auch der Rucksack und die eigene Tragfähigkeit beschränkt. Was nehme ich also mit auf meinem Weg, was wird mich unterstützen und stärken? Und was wird mich eher belasten und die Erreichung meiner Ziele erschweren? Das sind Fragestellungen, die ich mir beinahe täglich stelle. Denn sie lassen einem jegliche Gewohnheiten und auch Bequemlichkeiten hinterfragen, ob sie es denn wirklich wert sind, sie weiter mit sich zu tragen.

Es ist es wert, genauer hinzusehen.

Das fängt bei offensichtlichen Lebensbereichen wie Essgewohnheiten, Bewegung und Sitzhaltung an und endet beim subtileren Umgang mit sich selbst. Wie kommuniziere ich mit mir und anderen?
Etwas, das mich ständig begleitet, sind meine vielen Vorhaben und Planungen. Das beginnt bei früherem Schlafen gehen und reicht zu unzähligen Veranstaltungen, die ich am liebsten zeitgleich besuchen würde. Wenn dies dann oft nicht gelingt, höre ich mich selbst kritisieren. "Toll, wieder nicht rechtzeitig auf die Uhr gesehen, und wieder deine Zeit vertrödelt." So ein Käse! Auch wenn es manchmal richtig schwer fällt, so ist es doch notwendig, es doch einfach anzunehmen, wie es ist. Ja ok, jetzt habe ich mich nun mal diesem und jenem gewidmet. War doch keine schlechte Sache, oder? Na eben. Und wenn doch (siehe oben), dann lerne ich jetzt daraus - wie schön. Und morgen gelingt es mir vielleicht schon besser.

Paul Coelho's "Auf dem Jakobsweg"

... bringt den Protagonisten soweit, dass er jeden Vorwurf gegen sich selbst durch das Hinzufügen eines physischen Schmerz ausgleicht - um den seelischen Schmerz, der dabei verursacht wird, auch körperlich wahr-zu-nehmen. Wenn ich manchmal durch die Stadt spaziere und so manchen Leuten bei ihrem miesgelaunten Gemurmel zuhöre, denk ich mir stets: Aua!! Das muss aber weh tun, mein Mitgefühl! Kennst du "free hugs"? Da, wo Leute sich in eine Menschenmenge stellen und Umarmungen umsonst anbieten? Das wäre wohl die richtige "Medizin" gegen all diese Schmerzen. :-)

Das alles ist übrigens nicht aus der Luft gegriffen, sondern ist auch in der Psychoanalyse Thema, es gibt sogar das Wort Psychohygiene, bei der der Kopf von sämtlichen unnötigen bzw. krank machenden Gedanken befreit werden soll. Andere nennen das wiederum Meditation. Wobei:

Ist nicht bergsteigen eine Art Meditation?


Schritt für Schritt, achtsam, kräftesparend ... einer nach dem anderen. Nie das Ziel aus den Augen verlieren und doch den Weg zum Ziel machen, bergsteigen ist schon eine Weisheit für sich. Manches Mal, wenn der Anschein erweckt wird, dass einfach nichts weiter geht, können auch Zweifel entstehen: War das wirklich die richtige Entscheidung? Kann einem das Ziel weiter motivieren, lässt sich das eigene Potenzial dabei entfalten oder ist doch einige Last zuviel im Gepäck? Weg damit! Und falls es trotzdem nicht so richtig laufen will - bin ich denn überhaupt hier richtig? Ist das die richtige Herausforderung für mich? Oder ist vielleicht gerade das Zulassen des eigenen Scheiterns meine richtige Prüfung? Ja, ich darf mich falsch entschieden haben! Ja, ich darf Fehler machen oder einfach zu schwach sein!

"Kein Wind ist der richtige, solange du nicht weißt, wohin du segelst."


Sobald das Ziel klar ist, lässt der Aufwind nicht lange auf sich warten und mit jedem Schritt, der richtig gesetzt wird, erringt mensch Klarheit. Nicht nur über sich, sondern auch über seine Mitwelt. Immerhin ist diese genauso bei ihrem Versuch, sich Stufe um Stufe zu heben, weiten.

Einer der schönsten Momente ist, wenn sich nach einem anstrengenden Aufstieg das Blickfeld langsam erweitert und verborgenen Welten erschlossen werden. Das eine verbindet sich mit dem anderen und es entsteht ein ganzheitliches Bild. Bis schlussendlich der Gipfel in Sicht ist, und einem ein Gefühl von Freiheit die gesamte Anstrengung vergessen lässt. Dies ist Krönung der eigenen Reise. Auch wenn der Abstieg nicht ewig auf sich warten lässt, so prägen einem jene Erlebnisse und geben einem Kraft für die nächsten Touren im Laufe des Lebens.

Zuletzt noch fünf Zeilen, die einem Schritt für Schritt zeigen, was in unserer Hand liegt. Sie zeigen auf einer wundervollen Art und Weise, dass wir unser Erleben in weitem Ausmaß beeinflussen können und wir unser eigener Bergführer sind.


"Achte auf deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal."

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