Samstag, 17. Mai 2008

Unsere größte Schwierigkeit

von Krishnamurti

Unsere größte Schwierigkeit ist es, sich in aller
Weite und Tiefe dessen bewusst zu sein, dass es
keine Möglichkeit gibt zu lieben, wenn diese Liebe
ein Motiv und Ziel des Verstandes darstellt.

Wenn wir das wirklich und grundlegend
verstehen, dann gibt es eine Möglichkeit,
etwas zu empfangen, was nicht von dieser
Welt ist.

Ohne die Berührung durch dieses Etwas können
wir tun, was wir wollen – und doch wird es kein
bleibendes Glück in Beziehung geben.

Wenn Sie diesen Segen empfangen haben und
ich nicht, werden wir naturgemäss in Konflikt
miteinander stehen.

Sie sind vielleicht nicht im Konflikt, aber ich, und
in meinem Leid und meinem Kummer isoliere ich
mich selbst.

Kummer ist genauso ausschliessend wie
Vergnügen, und bis es nicht eine Liebe gibt,
die ich nicht selbst gemacht habe, ist Beziehung
Leid.

Wenn es den Segen dieser Liebe gibt, können Sie
gar nicht anders, als mich zu lieben, wie ich auch
sein mag, denn dann gestalten Sie Liebe nicht
entsprechend meines Verhaltens.

Freitag, 16. Mai 2008

Echte Begegnung

In den letzten Tagen frage ich mich, was es eigentlich ist, das mich bei anderen Menschen anzieht. Warum fühle ich mich bei jenen Menschen wohl, bei denen ich mich wohl fühle. Weshalb möchte ich mit jenen Menschen mehr Zeit verbringen als mit anderen?
Vergangenes Wochenende durfte ich wieder Tage erleben, in denen ein gemeinsames wohlwollendes Sein, eine vertraute Gemeinschaft entstanden ist. Und das innerhalb 2-3 Tage zwischen ~80 Menschen. Natürlich ist es etwas blauäugig in so kurzer Zeit von einer Gemeinschaft zu sprechen - aber die Qualität der Verbindung war in vielen Momenten präsent.

Wir haben es nie gelernt.


Zu Beginn des Symposiums konnte jeder einen Stein in die Mitte legen - beschriftet mit einer Erwartung für die gemeinsamen Tage. Ehrlichkeit, Akzeptanz, Inspiration, Vertrauen, echte Begegnungen ...
Was macht es mit mir, wenn jemand vor der großen Runde sagt: Ich wünsche mir den Mut, mich zu zeigen, wie ich bin. Es berührt mich - es öffnet mich - ich fühle Verbundenheit. Und noch mehr, wenn eine alte Dame mit Tränen in den Augen am letzten Tag meint: Wir wären so respektvoll miteinander umgegangen, sie sei davon beeindruckt und traurig zu gleich, denn sie hätte diese Art der Begegnung nie gelernt.
Am liebsten hätte ich sie umarmt in diesem Moment, aber das tat bereits ihr Sitznachbar.

Gemeinsames erleben

Wir kommen meist mit jenen in Kontakt, ins Gespräch, mit denen wir etwas Gemeinsames erleben. Daraus entsteht eine Verbindung. Typisches Beispiel gemeinsame Schulzeit. Wir können damals so gut wie nichts miteinander gesprochen haben, oder vielleicht nur scheinbar Belangloses, und trotzdem interessiere ich mich für den Menschen. Wir haben etwas gemeinsam: in dem Fall eine gemeinsame Vergangenheit. Aber das ist manchmal dann doch etwas wenig, wenn Menschen sich nur auf wenigen oberflächlichen Ebenen austauschen können - Stichwort Klassentreffen. Aus dieser Unzufriedenheit ist bei mir früher manchmal der (verzweifelte) Wunschgedanke entsprungen: Warum gibt es nicht Menschen wie mich, die genauso sind, die das wollen wie ich, die auch alles für andere tun würden. Daraus lässt sich gut meine Sehnsucht ableiten: die Suche nach dem Gemeinsamen. Anfangs sind das vor allem Sport, Musik, Hobbys, Beruf - gemeinsame Interessen. Aber im Grunde genommen ist das nur ein Bruchteil, der Anknüpfungspunkt.

Entscheidend ist nicht das was, sondern das wie


Ich kann mit jemanden jahrzehntelang Fußball spielen, und es kann sich daraus eine tiefe Freundschaft entwickeln. Nicht aufgrund der gemeinsamen Tätigkeit, sondern aufgrund der Art und Weise, wie wir uns begegnen: mit Anerkennung, Wertschätzung, Interesse. Und genauso kann ich mit jemanden die große Vision haben, das gemeinsame Projekt, und unsere Beziehung kann sich mit einem Konflikt auflösen. Das gemeinsame Tun bringt uns in Verbindung, die Qualität der Begegnung wird aber durch die Echtheit bestimmt:

Kann ich so sein, wie ich bin?

Kann ich traurig sein, wenn mir danach ist? Ist es willkommen, auch das zu zeigen? Erst wenn all das leben kann, was in mir lebendig ist, bin ich frei und präsent. Ich lebe im Augenblick, ich lebe den Augenblick. Und erst dann kann ich auch die anderen so wahr-nehmen, wie sie sind. Das verstehe ich unter einer echten Begegnung, und das ist es, was ich mir wünsche.

Tun und Sein


Ich möchte aber noch einen Schritt weiter gehen: das Zeigen können ist schön, aber was ist, wenn ich mich gerade darin weiter vertiefen möchte. Wenn ich jene Ideen und Visionen in mir trage, suche und leben möchte, die dieses Bewusstsein stärken? Wenn ich mich sozial engagieren möchte, um mit vielen Menschen diese Umgangsform zu lernen. Aus diesem Beweggrund ziehen mich eben gerade jene Menschen an, die auch Feuer für meine Anliegen gefangen haben, und sich daraus ein Umfeld der gegenseitigen Inspiration, Bestärkung und Ermutigung entfaltet. Dann wird das Tun zum Sein und das Sein zum Tun, das eine kräftigt das andere und ich komme mit mir als auch anderen mehr und mehr in Berührung: und damit findet auch mit meinen Bedürfnissen und Sehnsüchten eine echte Begegnung statt.

Dienstag, 13. Mai 2008

In Sand geschrieben

von Hermann Hesse

Daß das Schöne und Berückende
Nur ein Hauch und Schauer sei,
Daß das Köstliche, Entzückende,
Holde ohne Dauer sei:
Wolke, Blume, Seifenblase,
Feuerwerk und Kinderlachen,
Frauenblick im Spiegelglase
Und viel andre wunderbare Sachen,
Daß sie, kaum entdeckt, vergehen,
Nur von Augenblickes Dauer,
Nur ein Duft und Windeswehen,
Ach, wir wissen es mit Trauer.
Und das Dauerhafte, Starre
Ist uns nicht so innig teuer:
Edelstein mit kühlem Feuer,
Glänzendschwere Goldesbarre;
Selbst die Sterne, nicht zu zählen,
Bleiben fern und fremd, sie gleichen
Uns Vergänglichen nicht, erreichen
Nicht das Innerste der Seelen.
Nein, es scheint das innigst Schöne,
Liebenswerte dem Verderben
Zugeneigt, stets nah am Sterben,
Und das Köstlichste: die Töne
Der Musik, die im Entstehen
Schon enteilen, schon vergehen,
Sind nur Wehen, Strömen, Jagen
Und umweht von leiser Trauer,
Denn auch nicht auf Herzschlags Dauer
Lassen sie sich halten, bannen;
Ton um Ton, kaum angeschlagen,
Schwindet schon und rinnt von dannen.

So ist unser Herz dem Flüchtigen,
Ist dem Fließenden, dem Leben
Treu und brüderlich ergeben,
Nicht dem Festen, Dauertüchtigen.
Bald ermüdet uns das Bleibende,
Fels und Sternwelt und Juwelen,
Uns in ewigem Wandel treibende
Wind- und Seifenblasenseelen,
Zeitvermählte, Dauerlose,
Denen Tau am Blatt der Rose,
Denen eines Vogels Werben,
Eines Wolkenspieles Sterben,
Schneegeflimmer, Regenbogen,
Falter, schon hinweggeflogen,
Denen eines Lachens Läuten,
Das uns im Vorübergehen
Kaum gestreift, ein Fest bedeuten
Oder wehtun kann. Wir lieben,
Was uns gleich ist, und verstehen,
Was der Wind in Sand geschrieben.

Dienstag, 6. Mai 2008

In ganzer Gestalt

von Rainer Maria Rilke

Aber das Bewusstsein vorausgesetzt,
dass auch zwischen den nächsten Menschen
unendliche Fernen bestehen bleiben,
kann ihnen ein wundervolles Nebeneinanderwohnen erwachsen,
wenn es ihnen gelingt,
die Weite zwischen sich zu lieben,
die ihnen die Möglichkeit gibt,
einander immer in ganzer Gestalt und
vor einem großen Himmel zu sehen!

Sonntag, 4. Mai 2008

Die Macht der Wertschätzung

Vergangene Woche bin ich wieder einmal in eine "wildfremde" Gruppe gestolpert. Vielen Menschen fällt es schwer, sich in solchen unvertrauten Umgebungen und der gegebenen Unsicherheit hinsichtlich dem, was kommen mag, wohl zu fühlen. Natürlich ist es ein Unterschied, ob ich zu einem "Dialog" im Verein zur Förderung der Lebensqualität gehe oder nehmen wir einen Extremfall her: ein Tibeter bin, der in einem chinesischen Straflager landet.

Eine Frage der Wertschätzung?


Es gibt Studien, dass gefolterte TibeterInnen in einem weit geringeren Ausmaß psychisch belastet sind als andere Folterungsopfer. Ursache ist das Mitgefühl für den Täter. Ich isoliere mich nicht vollständig, sondern versuche auch in solch einer schockierenden Situation eine gewisse Verbindung und Wertschätzung aufrechtzuerhalten: ich bin nicht das passive Opfer, identifiziere mich nicht mit dieser leidenden Rolle und kreiere damit auch kein zusätzliches Selbstmitleid.
Natürlich ist das jetzt kein Paradebeispiel zum Glücklich sein, und ich wünsche auch niemanden diese Erfahrung, aber es zeigt, wie weit eine Wertschätzung den Lebenswert aufrechterhalten kann.

"Ich habe einfach kein Glück im Leben!"

Wenn wir mit Menschen ins vertrautere Gespräch kommen, zeigen sich bald auch deren Wunden. Ganz gleich ob wir in armen, reichen, authoritären oder freieren Umfeldern aufwachsen, wir alle erleben nicht nur physischen Schmerz, sondern fallen auch psychisch so manches Mal auf die Nase. Beim Erzählen davon wird die Stimme zarter, die Tränen beginnen zu glitzern und mensch spürt die Intensität, wie solche Erfahrungen uns berühren. Das Leben stellt uns so manche Herausforderung, können wir sie wertschätzen? Kann ich meine und die Wunden anderer annehmen, zuhören, einen Sinn dahinter erkennen? Kann ich meinen bisherigen Lebensverlauf heute so akzeptieren und aus der passiven "Schicksalsopferrolle" aussteigen, um mein Leben jetzt aktiv zu gestalten?

"Ich bin ein menschliches Wesen und kenne deshalb auch alles Menschliche."

Ich bin also in dieser Gruppe, keiner kennt mich, sie kennen sich untereinander. Wie ich reagiere ist immer wieder spannend. Ich war gelassen, warum sollt ich ja auch angespannt sein? Ich bin ja hier um so zu sein, wie ich bin, und dafür muss ich mir wirklich keinen Druck machen. "Komm Christian, sei jetzt wie du bist, du musst dein Bestes geben!", könnte mein innerer Perfektionist sagen, aber darüber kann ich doch nur lachen! Wie schön! Und wenn ich schüchtern gewesen wäre? Ja schön, ich wertschätze auch das, das hat nunmal auch seine Berechtigung - und außerdem bin ich ein Stratege: erst wenn ich es zulasse, kann es auch wieder gehen. Ich wäre ja ordentlich beklemmt, wenn ich meine unangenehmen Empfindungen verklemmen würde.

Nix da, raus mit ihnen. Und tschüss!

"Als die Gruppe sich formierte, waren wir 30 Leute, jetzt sind wir nur noch ein Grüppchen. Ich überleg mir ernsthaft, ob ich auch nicht mehr kommen soll."

Wusch! Auf einmal stand diese Wortmeldung eines Teilnehmers im Raum, und weg war die "talking stick" Regel und die Harmonie.

"Also ich find unsere Gruppe sehr schön, es lässt sich viel besser auf die einzelnen Menschen eingehen und es ist nicht so chaotisch ...", kam sofort als Reaktion.

Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen - warum auch. Das ging dann einmal 5-10min so weiter, bis ich den "Redestab" ergriff. Wir hatten davor eine Stunde über die Bedeutung von Wertschätzung gesprochen. Jetzt hatten wir das perfekte Beispiel dafür: mit der ersten Aussage wurde eine Abwertung geäußert, nämlich, dass diese Gruppe für ihn weniger "Wert" hätte als die größere davor, und er ernsthaft überlegt auch auszusteigen. Für solch eine Aussage bedarf es vor allem an Mut und natürlich an Fingerspitzengefühl, an dem es vielleicht etwas mangelte. Zumindest kam keine verständnisvolle, empathische Reaktion, sondern eine entkräftigende wie "ist doch gar nicht wahr".

Für ihn ist es aber wahr, und das sollte wertgeschätzt werden.

Alleine seine Ehrlichkeit, seine Gedanken so offen zu äußern. Das fällt bei positiven Eindrücken natürlich viel einfacher als bei negativen, eben gerade deshalb, weil Ablehnendes einfach von anderen auch wiederum abgelehnt wird. Er hätte genauso einfach nicht mehr kommen können. Tja. Und damit geht auch das Potenzial, sich diese Spannung, die wohl jede/r irgendwie schon bemerkte, kollektiv bewusst zu machen und: darüber einen Dialog zu führen. Dadurch kann aus der scheinbar abwertenden Aussage etwas entstehen, dass einen Wert erschafft, den niemand davor für möglich gehalten hätte. Die Basis dafür ist Wertschätzung, auch für scheinbar Belastendes. Wenn ich mich dem reaktionären Impuls des Abwertenden nicht gelähmt ausliefere, sondern diesem Wert einräume, dann steige ich aus der "Abwertungsspirale", bejahe und fördere das Lebenswerte und fühle mich echt und frei: das verstehe ich unter der, nein, unter unserer Macht der Wertschätzung.

Dienstag, 29. April 2008

Liebende Lebendigkeit

von Luigi Nono

Lebendig ist, wer wach bleibt,
sich dem anderen schenkt,
niemals rechnet.

Lebendig ist, wer das Leben liebt,
seine Begräbnisse, seine Feste,
wer Märchen und Mythen
auf dem ödesten Berg findet.

Lebendig ist, wer das Licht erwartet,
in den Tagen des schwarzen Sturms,
wer die stilleren Lieder
ohne Geschrei und Schüsse wählt
sich zum Herbst hinwendet
und nicht aufhört zu lieben.

Montag, 28. April 2008

Beständige Liebe

von Erich Fromm

Liebe ist nur möglich, wenn zwei Menschen sich aus der Mitte ihrer Existenz heraus miteinander verbinden, wenn also jeder sich selbst aus dem Zentrum heraus erlebt. Nur dieses "zentrale Erlebnis" ist menschliche Wirklichkeit nur hier ist Leben, nur hier liegt die Basis für Liebe. Eine so erlebte Liebe ist eine ständige Herausforderung sie ist kein Ruheplatz, sondern gemeinsames Streben, Wachsen und Arbeiten. Selbst Harmonie oder Konflikt, Freude oder Traurigkeit sind zweitrangig gegenüber der grundlegenden Tatsache, daß zwei Menschen sich aus dem Wesen ihrer Existenz heraus erleben, daß sie nur dadurch miteinander eins werden, daß sie mit sich selbst eins sind. Für die Existenz der Liebe gibt es nur einen Beweis: die Tiefe der Bindung sowie die Lebendigkeit und Kraft in jedem der Liebenden. Das allein ist die Frucht, an der man die Liebe erkennen kann.

Samstag, 26. April 2008

Bei Liebeskummer Sokrates

von Kay Hoffmann

Philosophieren in Krisenzeiten, in Zeiten der inneren Auflösung, des Zweifels, des Übergangs, der Neuorientierung, aber auch der Konfrontation mit Vergänglichkeit und Tod birgt eine Chance, was durch kein Wissen und durch keine Wissenschaft als Angebot abgedeckt wird: die Erlaubnis, sich im Nichtwissen zu beheimaten; von dort ausgehend unterwegs zu sein. Sich erlauben, von Bildern und Eindrücken überwältigt zu werden, statt alles im Griff zu behalten.

Ignoranz erwächst aus der Verblendung, das Sichtbare als Beweis für die Begrenzung der Sichtweise zu benutzen und sich dem Offensichtlichen zu begnügen.

Die Bilder sind erst der Anfang. Wie Fichte schreibt: "Ich selbst weiß überhaupt nicht, und bin nicht. Bilder sind da. Sie sind das Einzige, was da ist, und sie wissen von sich, nach Weise der Bilder - Bilder, die vorüberschweben, ohne dass etwas sei, dem sie vorüberschweben; Bilder, die durch Bilder von Bildern zusammenhängen; Bilder, ohne etwas in ihnen Abgebildetes, ohne Bedeutung und Zweck. Ich selbst bin eins mit diesen Bildern, ja, ich bin selbst dies nicht, sondern selbst nur ein verworrenes Bild von Bildern. Alle Realität verwandelt sich in einen wunderbaren Traum, ohne ein Leben, von welchem geträumt wird, und ohne einen Geist, dem da träumt; verwandelt sich in einen Traum, der in einem Traum von sich selbst zusammenhängt!"

Das ist Philosophieren!

Das Lesen solcher Texte hat mir geholfen, mir in meinem Leben Raum zu nehmen, in dem solche Gedanken Platz haben. Damit bin ich ebenso bereit, auch anderen Menschen einen solchen Raum zuzugestehen. Dem Raum folgt die Zeit, und es entsteht eine Gelassenheit, die für sich selbst spricht. Philosophieren ist für mich auch immer eine sinnliche und leibgebunde Erfahrung, die sich in Stimmungen äußert bzw. diese mitbestimmt.
Die philosophische Praxis greift besonders auf das unmittelbar
innerlich erfahrene Wissen in jedem Einzelnen zurück. Es geht um ein innerlich erlebtes, gespürtes Wissen als persönliche Erfahrung von Gewissheit.

Der Anfang des Philosophierens ist leichter, als man es sich meist
vorstellt, weil zu oft Ängste und Zweifel den Schritt in die
Bewegtheit des Lebens behindern. Oder man hält an alten Strukturen fest, und merkt plötzlich, wie man in der Luft hängt und den Boden unter den Füßen verliert.

Schritt halten mit dem Verlauf des Lebens heißt Veränderung zu
bejahen, Bodenhaftung zu bewahren und in Bewegung zu bleiben.


Der Atem leitet uns an, er gibt uns einen natürlichen Rythmus mit seinem Einsetzen und Ausklingen, der Pause, die zwischen den Phasen enstehen kann, wenn sie zugelassen wird.
Umstände im Leben kommen und gehen, Zyklen, Jahreszeiten, Tageszeiten. In der Erinnerung erscheinen sie uns wie Zeitrafferfilme, in denen sich Blüten öffnen und schließen, aufblühen und verwelken. Die ständige Veränderung vollzieht sich innerhalb einer immer währenden Strömung, in einem ständigen Fließen. Eine verantworungsvolle Gestaltung und Ausrichtung ist nur möglich, wenn wir uns grundsätzlich auf eine Zustimmung zur Welt einlassen und uns der Strömung hingeben. Wenn wir merken, dass wir nicht aus dem Fluss aussteigen können, merken wir, dass wir nun die besten Chancen bekommen, das Leben zu lernen.

Uns muss bewusst sein, wenn wir alles kontrollieren und im Griff behalten wollen, verkleinert sich die Welt und ist schließlich
begrenzt auf einen einzigen Standpunkt, der nun schon längst
überholt ist.


Je mehr Dinge außer Kontrolle geraten, umso mehr versucht man, das Leben wieder in die eigene Hand zu nehmen, und desto größer wird die Anstrengung, die Oberhand zu behalten. Es erscheint das Leben wie ein Schwindel, ein böser Traum, der uns auf das Erwachen warten lässt ... Aber ein Traum fügt sich an den anderen, und es geht nicht darum, aus dem Traum zu erwachen, sondern das Erwachen zu träumen.

Aktuelle Beiträge

Selbstermächtigung als...
Selbstermächtigung hat für mich immer mit Fülle zu...
c4luxe - 9. Aug, 04:09
Wie will ich mit dem...
Die letzten 2 Jahre standen bei mir ganz im Zeichen...
c4luxe - 9. Aug, 02:52
Danke Rita
... für die vielen Inspirationen, die du mit mir teilst!...
c4luxe - 4. Aug, 11:57
Für die Mutigen, die...
von Ulrich Schaffer Lass mich spüren, dass du bist. Zeige...
c4luxe - 4. Aug, 11:56
Sei weit, meine Seele
von Rainer Maria Rilke Vor lauter Lauschen und Staunen...
c4luxe - 30. Jul, 17:36

Status

Online seit 6717 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 9. Aug, 04:21

Suche