von Paulo Coelho
"Ihr Problem ist, dass sie gar nicht bemerken, wie sie täglich neue Wege beschreiten. Sie werden sich nicht bewusst, dass die Wiesen wechseln und auch die Jahreszeiten, weil sie einzig mit Wasser und Nahrung beschäftigt sind.
Aber vielleicht geht es uns genauso", dachte der Hirte.
c4luxe - 22. Sep, 14:25
Altes Navajo-Gedicht
Der erste Friede, der wichtigste, ist der, welcher in die Seele des Menschen einzieht;
wenn die Menschen ihre Verwandtschaft, ihre Harmonie mit dem Universum einsehen, und wissen, dass im Mittelpunkt der Welt das große Geheimnis wohnt.
Und dass diese Mitte tatsächlich überall ist; sie ist in jedem von uns.
Dies ist der wirkliche Friede.
Alle anderen sind lediglich Spiegelungen davon.
Der zweite Friede ist der, welcher zwischen einzelnen geschlossen wird.
Und der dritte ist der zwischen Völkern.
Doch vor allem sollt ihr sehen, dass es nie Frieden zwischen Völkern geben kann, wenn nicht der erste Friede vorhanden ist, welcher innerhalb der Seele wohnt.
c4luxe - 16. Sep, 12:12
von Khalil Gibran
Und ein junger Mann sagte: Sprich uns von der Freundschaft.
Und er antwortete und sagte:
Euer Freund ist die Antwort auf eure Nöte.
Er ist das Feld, das ihr mit Liebe besät und mit Dankbarkeit erntet. Und er ist euer Tisch und euer Herd.
Denn ihr kommt zu ihm mit eurem Hunger, und ihr sucht euren Frieden bei ihm.
Wenn euer Freund frei heraus spricht, fürchtet ihr weder das «Nein» in euren Gedanken, noch haltet ihr mit dem «Ja» zurück.
Und wenn er schweigt, hört euer Herz nicht auf, dem seinen zu lauschen;
Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle Wünsche,
alle Erwartungen ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude, die keinen Beifall braucht.
Wenn ihr von eurem Freund weggeht, trauert ihr nicht;
denn was ihr am meisten an ihm liebt,
ist vielleicht in seiner Abwesenheit klarer,
wie der Berg dem Bergsteiger von der Ebene aus klarer erscheint.
Und die Freundschaft soll keinen anderen Zweck haben, als den Geist zu vertiefen.
Denn Liebe, die etwas anderes sucht als die Offenbarung ihres eigenen Mysteriums, ist nicht Liebe, sondern ein ausgeworfenes Netz: und nur das Nutzlose wird gefangen.
Und laßt euer Bestes für euren Freund sein.
Wenn er die Ebbe eurer Gezeiten kennen muß, laßt ihn auch das Hochwasser kennen.
Denn was ist ein Freund, wenn ihr ihn nur aufsucht, um die Stunden totzuschlagen? Sucht ihn auf, um die Stunden mit ihm zu erleben.
Denn er ist da, eure Bedürfnisse zu befriedigen, nicht aber eure Leere auszufüllen. Und in der Süße der Freundschaft laßt Lachen sein und geteilte Freude. Denn im Tau kleiner Dinge findet das Herz seinen Morgen und wird erfrischt.
c4luxe - 15. Sep, 17:35
Einladung der Friedensgemeinde San José de Apartadó, 1.April 2008
Die wirkliche Suche nach einer alternativen Welt ist voll von Hindernissen, Fort- und Rückschritten, von Ereignissen, die uns mit solcher Wucht treffen, dass es den Anschein hat, wir würden uns gänzlich von unserem Ziel entfernen und keine Kraft mehr haben, den Weg weiter zu gehen. Die Einsamkeit dieses Weges in einer Welt, deren Werte gegen das Leben gerichtet sind, das ist die Atmosphäre, in der wir überall leben, besonders aber in unserem Land, wo der Sinn für das Leben verloren geht und der des Todes, des Krieges, des Hasses sich durchsetzt.
Oft ist der Weg des zivilen Widerstandes enttäuschend, leer und einsam in einer gegenüber dem Schmerz, dem Hunger und dem Tod zunehmend entmenschlichten Welt. Die Sinnlosigkeit erschwert das Gehen für das Leben und viele bleiben zurück, steigen aus und geben diesen Weg auf, und aus dem Blickwinkel der Sieger betrachtet haben sie Recht. Und wenn die Welt des Konsums, der Zerstörung der Natur, des Anhäufens (von Gütern) mehr als alles zählt, dann wäre es besser, diesen harten Weg aufzugeben.
Das Schwierigste ist, tagtäglich die Hoffnung wieder zu gebären inmitten von soviel Hoffnungslosigkeit, oder noch schlimmer: inmitten des Konformismus, der Gefühllosigkeit aufzustehen, um gegen den Strom zu schwimmen, dies kann nur, wer überzeugt ist von diesem Leben. Es gibt Dinge, die uns zerreißen, uns den Atem nehmen bis zur Erschöpfung. Gerade deshalb brauchen wir Momente der Reflexion in der Tiefe, Augenblicke, in denen wir, die wir glauben und an einer anderen Welt bauen, uns treffen, um zu gehen, zu pilgern, zu beten für das Leben, für die Solidarität.
Was wir auf diesem Pilgerweg suchen ist Gemeinschaft, das Vereinen der Kraft der Hoffnung, die uns unterwegs verloren ging, es ist ein Gehen durch die Siedlungen unserer comunidad, die Natur Fühlen und mit diesen anderen Augen voller Leben wahrnehmen, es ist das Einatmen des Morgens, der Dämmerung, der Sonne, des Regens. Es ist ein wirkliches Uns-auf-den-Weg-machen, für uns, die wir glauben, dass die Möglichkeit eines Lebens in Würde für alle schon heute lebensmöglich ist und wir sie aus unserem Leben errichten.
Das Pilgern ist das Versammeln unserer Hoffnungen, unserer Begrenzungen, unserer Ängste, unserer Hindernisse, unserer Erinnerung, unseres zivilen Widerstandes zu einer einzigen Stimme, damit wir, wo immer wir sind, am Leben bauen.
Deshalb werden auf diesem Pilgerweg viele comunidades aus unserem Land teilnehmen, die wie wir betroffen sind von der durch den Staat, aus seiner paramiltiärischen Logik heraus, beschlossenen Ausrottung. Auch über andere Erfahrungen aus verschiedenen Teilen der Welt werden wir nachdenken und uns austauschen über die tatsächlichen Möglichkeiten, wie wir eine andere Welt errichten, nicht nur als Möglichkeit in der Zukunft, sondern als Tatsache, an der wir täglich bauen.
Es werden fünf Tage des Gehens in diesem nachdenklichen, nährenden Teilen sein für eine andere Welt voll von den Erfahrungen vieler Wanderer in unserem Land, in dieser Welt, die eine andere Geschichte der Würde schreiben. Es werden die Siedlungen unserer Friedensgemeinde sein, jene, die die Schreie des Todes gehört haben, aber auch die Schreie der Hoffnung, die uns mit dem Atem zum Gehen umgeben werden.
Deshalb möchten wir Personen und Organisationen, die diesen Pilgerweg für das Leben und die Hoffnung mit uns gehen wollen, gemeinsam mit der internationalen Friedensgemeinschaft von Tamera einladen, um heute und täglich eine andere Welt zu erschaffen.
Diese Wallfahrt wird zwischen dem 1. und 5. Oktober 2008 stattfinden, was voraussetzt, von 29. September bis 6. Oktober hier zu sein. Um die logistischen Notwendigkeiten zu erledigen, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Anschließend werden einige Gemeinschaften aus unserem Land und aus anderen Ländern vom 7. -17. Oktober nicht nur an der „Universidad campesina“, sondern auch an der Suche nach der „Globalen Universität für das Leben und den Widerstand“ teilnehmen. Auch dazu sind alle eingeladen, die mit uns teilen möchten.
Wir danken für die Unterstützung und für die Teilnahme am Pilgerweg. Das gemeinsame Gehen für das Leben gibt uns die Hoffnung, dass wir täglich an vielen Orten dieser Welt weiterbauen an einer anderen Welt, kleine Lichter, die das große Licht des Lebens sind.
c4luxe - 6. Sep, 19:49
von Stephen Levine
Mitleid ist da, wo wir dem Schmerz mit Angst begegnen. Im Mitleid möchten wir die Gegebenheit des Augenblicks am liebsten ändern ... Aber wenn wir dem gleichen Schmerz Liebe entgegenbringen, ihn sein lassen, wie er ist, wenn wir ihm verzeihend und nicht angst- oder hassvoll begegnen, dann ist das wahres Mitgefühl.
c4luxe - 4. Sep, 19:34
nach Robert Assagioli
Ich habe einen Koerper, aber ich bin nicht mein Koerper. Ich kann meinen Koerper sehen und fuehlen, und was gesehen und gefuehlt werden kann, ist nicht der wahre Sehende. Mein Koerper kann muede und erregt, krank oder gesund, schwer oder leicht, angstvoll oder ruhig sein, aber das hat nichts mit meinem inneren Ich, dem Zeugen, zu tun. Ich habe einen Koerper, aber ich bin nicht mein Koerper.
Ich habe Wuensche, aber ich bin nicht meine Wuensche. Ich kann meine Wuensche erkennen, und was erkannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Wuensche kommen und gehen, sie ziehen durch mein Bewusstsein, aber sie beruehren mein inneres Ich nicht, den Zeugen.
Ich habe Wuensche, aber ich bin nicht die Wuensche.
Ich habe Emotionen, aber ich bin nicht meine Emotionen.
Ich kann meine Emotionen empfinden und spueren, und was empfunden und gespuert werden kann, ist nicht der wahre Empfindende. Emotionen gehen durch mich hindurch, aber sie beruehren mein inneres Ich nicht, den Zeugen.
Ich habe Emotionen, aber ich bin nicht die Emotionen.
Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht meine Gedanken. Ich kann meine Gedanken sehen und erkennen, und was erkannt werden kann, ist nicht der wahre Erkennende. Gedanken kommen mir und gehen wieder, aber sie beruehren mein inneres Ich nicht, den Zeugen. Ich habe Gedanken, aber ich bin nicht die Gedanken.
Ich bin das, was uebrig bleibt, ein Zentrum reinen Gewahrseins, der unbewegte Zeuge all dieser Gedanken, Emotionen, Gefuehle, Empfindungen.
c4luxe - 31. Aug, 14:32
Momentan "bin ich", deshalb tue/schreibe ich nur wenig hier auf meinem Blog, werde aber in 2 Wochen meine Erfahrungen und mein Sein hier kund-tun.
We are be-ings, not do-ings! ;-)
c4luxe - 31. Aug, 14:29
von Marianne Williamson
Unsere größte Angst ist nicht, unzulänglich zu sein.
Unsere größte Angst ist, grenzenlos mächtig zu sein.
Unser Licht, nicht unsere Dunkelheit ängstigt uns am meisten.
Wir fragen uns:
Wer bin ich denn, dass ich so brillant sein soll?
Aber wer bist Du, es nicht zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Es dient der Welt nicht, wenn Du Dich klein machst.
Sich klein zu machen,
nur damit sich andere um Dich nicht unsicher fühlen,
hat nichts erleuchtetes.
Wir wurden geboren, um die Herrlichkeit Gottes,
der in uns ist, zu manifestieren.
Er ist nicht nur in einigen von uns,
Er ist in jedem einzelnen.
Und wenn wir unser Licht scheinen lassen,
geben wir anderen unbewusst damit die Erlaubnis,
es auch zu tun.
Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind,
befreit unsere Gegenwart automatisch die anderen.
c4luxe - 6. Aug, 15:05
von Ludwig Schramm (19J, Tamera)
Was wir wollen, ist uns von Sehnsüchten berühren zu lassen und an ihre Erfüllung zu glauben.
Was wir wollen, ist nicht normal, sondern wahr zu sein.
Was wir wollen, ist uns die Frage zu stellen: Was ist mein tiefster Wunsch? Und wir werden feststellen, dass wir auf sehr ähnliche Antworten kommen werden.
Was wir wollen, ist nicht gegen das alte System zu kämpfen, sondern ein neues System zu kreieren.
Was wir wollen, ist die Wiederentdeckung der spirituellen Natur eines jeden Menschen.
Die großen Herausforderungen, die uns bevorstehen, werden wir nicht nur aus eigener Kraft bewältigen können. Was wir wollen, ist eine Zusammenarbeit mit den göttlichen Kräften.
Was wir wollen, ist eine Kooperation der Generationen. Wie soll sich die Welt je ändern, wenn die Jugend ignorant und gelangweilt ist gegenüber den sogenannten Erwachsenen? Wie kann die radikale Entschlossenheit für Veränderung der Jugend Dauer haben, wenn sie von den Erwachsenen nur still belächelt wird? Wenn wir gemeinsam auf einem heilen Planeten leben wollen, müssen wir GEMEINSAM daran arbeiten!
Was wir wollen, ist eine gemeinsame Arbeit für einen heilen Planeten.
Was wir wollen, ist das Leben mit all seinen Geschenken zu zelebrieren und so zu feiern, dass es nicht der Ablenkung dient, sondern Hinlenkung zur Wirklichkeit!
Was wir wollen, ist die volle Befreiung der Liebe und Sexualität von Angst.
Wir wollen uns radikalisieren in der bewussten Entscheidung, dem Frieden zu dienen, innerlich wie äußerlich. Um das zu können, müssen wir die existenzielle Notwendigkeit einer Entscheidung sehen. Diese Notwendigkeit sehen wir, indem wir uns mit der dramatischen Weltsituation konfrontieren. Und um dann nicht selbst dem Drama zu verfallen ... brauchen wir eine Vision.
Wir wollen nicht dem Mainstream des Krieges folgen. Wir wollen auch nicht den Mainstream des scheinbaren Friedens akzeptieren. Wir wollen herausfinden, was "Frieden" wirklich bedeutet.
Was wir wollen, ist ein Leben erschaffen, indem es viel spannender ist, an einer friedlichen Kultur zu forschen, anstatt stumm und resigniert dem Wahnsinn der Normalität zu folgen.
Un was wir wollen, ist, all das nicht nur als Parolen in die Welt zu rufen und dann zu merken, dass die Hoffnung nur durch Emotionen getragen wurde. Was wir wollen, ist nicht nur "Revolution" auf die Flagge zu schreiben, ohne die Revolution im Inneren vollzogen zu haben.
Wir wollen, dass diese Worte Substanz bekommen, indem wir konkrete Lebensmodelle erschaffen.
Die Welt ist an einem Punkt angekommen, an dem es nicht mehr reicht, die Veränderung, die geschehen muss, nur zu benennen. Wir müssen (und wollen) die Veränderung sein.
c4luxe - 5. Aug, 22:06